Thursday, 8. january 2009
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14:50
Moderne Computerhardware ist immer einige Schritte bezüglich Leistungsfähigkeit und Möglichkeiten der für sie geschriebenen Software voraus. Die Softwarehersteller und allen voran die
Betriebssystem-Produzenten müssen die Spezifikationen der verwendeten Hardware genauestens kennen damit die zu erstellende Software auch sauber funktioniert und die Leistungsfähigkeit der Hardware
bestmöglich ausnutzt. Leider gibt es da im Informationsfluss ein Gefälle und so sind alle Betriebssysteme bzw. Software im allgemeinen nie optimal auf die Hardware abgestimmt bzw. nutzen nie alle
vorhandenen Möglichkeiten. Wegen der ständig zunehmenden Komplexität der Systeme wird die Diskrepanz zwischen Hard- und Software auch immer grösser, da die Softwarehersteller schlicht zu langsam
arbeiten, bzw. zu schlechte Resultate erziehlen.
Oftmals ist es so, dass ausgelieferte Softwarepakete erst durch Fehlerbereinigung mittels Patches dazu gebracht werden, dass sie wenigstens die versprochenen Aufgaben korrket
ausführen.
Die Softwarehersteller hinken somit immer dem Ziel die perfekte Software zu schaffen hinterher.
Ein Resultat davon ist, dass sie gar keine Zeit haben wirkliche Verbesserungen zu realisieren. Der Grundtenor ist meist: "never touch a running system". Wenn einmal erfolgreich ein Fehler gefunden
und bereinigt worden ist wird das Produkt möglichst nicht mehr in Frage gestellt. Man ist sozusagen total betriebsblind.
Wenn wir wirklich ehrlich sind so müssen wir zugeben, dass z.B. bei nahezu allen Betriebssystemen die Funktionen zum Suchen, Anzeigen und Manipulieren von Dateien sehr schlecht realisiert worden
sind. Da werden immer wieder neue Funktionen dazugepackt aber wirklich gut durchdachte und intuitiv bedienbare Lösungen gibt es schlichtweg nicht, bzw. nur von Drittanbieter über die Installation
von Free- oder Shareware oder teuren Speziallösungen die viel mehr bieten als Otto-Normalverbraucher jemals gebrauchen kann.
Wann wird endlich mal jemand von ganz vorn beginnen und die wichtigsten Tätigkeiten im Prozess der Behandlung von Datein genau analysieren und wirklich neue, innovative Lösungen vorstellen?
Wir ärgern uns z.B. immer wieder neu über den extrem schlecht programmierten Datei Manager oder Explorer in Windows Betriebssystemen. Bei dieser Software, die ein extrem wichtiger und sehr oft
benötigter Bestandteil des Betriebssystemes ist hat man leider unserer Meinung nach extrem schlecht gearbeitet. Die Funktionalität des Explorers ist im Grunde genommen noch genauso mager wie zu den
Anfangszeiten von z.B. Windows 3.11.
Wir möchten in diesem Artikel eine Funktion näher beschreiben, die wir am meisten vermissen und von der es schon vor mehr als 15 Jahren eine viel bessere Lösung auf einem anderen Betriebssystem
gab:
1. Verbesserte Funktionalität beim Kopieren von Dateien und Ordnern:
Momentan bekommt man vom Windows-Betriebssystem beim Versuch einen Ordner mit mehreren Dateien an einen Ort zu kopieren an dem sie schon vorhanden sind eine ziemlich undurchsichtige Aufforderung
zur Bestätigung des Ersetzens der Dateien mit vier Knöpfen. Die dazugehörende Frage lautet:
"Dieser Ordner enthält einen Ordner "Quellordnername".
Dateien im vorhandenen Ordner werden ggf. durch gleichnamige
Dateien des verschobenen bzw. kopierten Ordners ersetzt. Soll
der Ordner trotzdem verschoben bzw. kopiert werden?"
Die vier Antwortmöglichkeiten lauten:
1. JA
2. JA, alle
3. Nein
4. Abbrechen
Wir fragen uns da sofort ob wir jetzt lieber Nein oder Abbrechen wählen und was denn dabei passiert, bzw. worin der Unterschied liegt. Ein schneller Test zeigt dass es keinen gibt und wir also all
die vielen Jahre mindestes eine vollkommen nutzlose Taste vorgesetzt bekommen haben.
Was genau bei "JA" und "JA, alle" passiert ist ebenfalls, nunja, recht erstaunlich und unserer Meinung nach nicht das was man mit normaler Logik erwarten würde. Wenn man im Quell-Ordner Dateien
löscht werden sie nach der Auswahl von "JA" oder "JA, alle" im Ziel-Ordner ebenfalls fehlen. Oder anders ausgedrückt: Windows löscht die im Quell-Ordner fehlenden Dokumente. Wir vermuten, dass
deshalb die 1. und
die 2. Antwortmöglichkeit auf jeden Fall problematisch sind und zu Datenverlusten führen können.
Man braucht aber eigentlich eine Funktion, die den gleichen Vorgang simuliert der abläuft wenn man einen Stapel Blätter mit neueren Versionen von Texten mit einem bereits vorhandenem Stapel
zusammenführen muss. Dabei würde jedes Blatt einer Datei entsprechen und und das gesamte Dossier dem Dateiordner auf dem PC. Der Vorgang "ziehe einen Ordner auf einen anderen mit dem selben Namen"
löst eigentlich eine ziemlich komplexe Aufgabe für den Büro-Lehrling aus:
Nimm jedes einzelne Blatt (=Datei) und vergleiche, welche Version die neuere ist und ersetze die alte Version damit und höre auf, wenn alle Blätter einsortiert sind. Die alten Blätter kommen ins
Altpapier (=Recycler).
Windows realisiert nicht einmal ansatzweise diesen Prozess.
Im Jahre 1995 hatten wir ausschliesslich Apple Computer von unserer Firma zur Benutzung bekommen. Dort war der oben geschilderte Kopierprozess eines Dateiordners
durch ein kleines Shareware-Programm bereits im Kopierdialog des Betriebssystems MacOS9 integriert. Es gab da folgende Antwortmöglichkeiten im Ersetzen-Dialogfenster:
1. "Smart Copy" (vormarkierter Knopf, default)
2. Copy
3. Synchronize
4. Cancel
Die vormarkierte und zu bevorzugende Auswahlmöglichkeit startet unter MacOS einen Prozess, bei dem zuerst festgestellt wird welche Dateien im Quellordner neuer sind bzw. im Zielordner fehlen.
Danach werden genau diese neueren und neu hinzugekommenen Dateien in den Zielordner kopiert oder verschoben. Dateien, die im Quellordner gelöscht wurden werden nicht automatisch im Zielordner
gelöscht. Darum muss man sich selbst kümmern. Der Knopf "Synchronize" führt dann den gleichen Vorgang nochmal in der umgekehrten Richtung aus und sorgt so dafür, dass im Quell- und Zielordner die
gleichen, jeweils aktuellsten Versionen vorhanden sind.
Mit diesem extrem einfach zu bedienenden Tool, welches in den Standard-Kopierdialog nahtlos eingebettet ist kann man auf einfachste Weise Backups von vielen tausend Dateien in Sekundenschnelle
zuverlässig erzeugen, da nur das kopiert wird was neu ist. Die Auswahl Copy erzeugt dann eine identische Kopie, d.h. der Ziel und Quelle sind gleich. Ganz nebenbei sei noch erwähnt, dass es nur
einen einzigen Knopf zum Abbrechen gibt.
Die Bordmittel von Windows für den Arbeitsschritt "Dateien kopieren" werden wir in weiteren Artikeln genauer untersuchen. Da ist genug Material für den Nachweis: "Wie man es nicht lösen
sollte!"